Die sieben Räume der Seele

In jedem Menschen gibt es Orte.
Orte, in denen Mangel entstanden ist: Verdrängte Gefühle. Leere Stellen. Blockierende Ängste und verlorene Kraft.

Und manchmal weiß man gar nicht, was fehlt. Warum körperliche Symptome da sind. Warum man leer oder taub ist.

Diese Orte treten meist zuerst
verkleidet auf:
Als Unzufriedenheit, Erschöpfung, Durchhalten, als Spannung, Schwere, innere Unruhe oder diffusen Symptomen.
Als Gefühl, sich selbst nicht zu kennen. Oder als Gedanken wie: „Für was soll das nur alles gut sein“.

Bis diese Gefühle eines Tages so viel Raum einnehmen, dass man nicht mehr an ihnen vorbeikommt.
 
In Nest & Seele nenne ich diese Orte die sieben Räume der Seele.

Jeder Raum zeigt einen
wesentlichen Teil unseres Inneren, der für unser Leben von grundlegender Bedeutung ist und durch den entstandenen Mangel verletzt wurde.

Diese Räume sind keine Diagnose.
Sie sind Landkarten der Seele.
Wenn du erkennst, wo du dich verloren hast, kannst du zurückfinden.

 

Die folgenden Raumbeschreibungen

umfassen jeweils mehrere Aussagen, und zeigen - wie sich das Erleben in diesem Raum ausdrücken kann.
Es muss nicht jeder Satz zutreffend sein.
Es genügt bereits einer, 
und dein Gefühl, dass dieser Raum in dir verwundet ist.

DIE SIEBEN RÄUME DER SEELE

Wenn Freude fehlt

Wenn du nicht weißt, wer du wirklich bist, und was du dir vom Leben wünschst.
Und deine Welt immer wieder grau und schwer wird.

Vielleicht kennst du das. Dass du lachst. Dass du funktionierst. Und trotzdem oft das Gefühl hast, nicht richtig da zu sein. Als würde zwischen dir und dem Leben ein dicker Nebel stehen. Wie eine Glocke aus Taubheit, Freudlosigkeit und Wand.

Dass selbst schöne Dinge nicht ausreichen - und du immer wieder nach etwas greifst, das dich wieder verbindet.

Nur um erneut – im Nebel zu verschwinden.

 

Wenn Frieden fehlt

Wenn es nicht friedlich in dir ist, sondern ein ständiger Kampf gegen dich selbst und die Welt.
Wenn du unzufrieden und getrieben bist. Leere Stellen im Inneren hast - und weder in dir, noch in deinem Umfeld ruhen kannst.

Vielleicht kennst du das. Dass du genervt bist. Dass du unzufrieden bist. Dass du im Widerstand bist, ständig kämpfen musst. Gegen dich, gegen Lebensumstände – gegen das, was ist.

Und wenn es still um dich wird, dass du dich ablenkst, dass du suchst. Ein Loch zu füllen versuchst. Mit allem, was dich für einen Moment von dir wegbringt. 

Weil es oft schwer ist – einfach nur mit dir zu sein.

 

Wenn Verbindung fehlt

Wenn sich das, was aus deinem Innersten kommt, nicht zeigen kann - als würde es dort nichts geben. Wenn dein Ich, dein Können, das, was dich zutiefst ausmacht, sich wie ein luftleerer Raum anfühlt – weil die Verbindung zu dir selbst fehlt.

Vielleicht kennst du das. Dass du spürst, dass da eigentlich etwas sein müsste. Etwas, das du bist, das nur aus dir kommt. Doch du findest keinen Zugang.
 
Und während andere aus sich selbst heraus leben, verstehst du nicht –warum das bei dir nicht so ist.

 

Wenn Sicherheit fehlt

Wenn du nicht eingebettet bist. Dich in dir, im Leben, oder im Kontakt nicht sicher fühlst. Dich zurückhältst aus Angst – oder lieber bleibst, wo du bist. 

Vielleicht kennst du das. Dass du dich nach Innerer Festigkeit sehnst. Nach etwas, das dich trägt. Und solange etwas da ist, scheint es zu gehen. Ein Mensch. Eine Beziehung. Eine Aufgabe. Eine Arbeit.
Doch sobald du fürchtest, sie zu verlieren, beginnt dein Boden zu schwanken.

Vielleicht kennst du auch das: in Momenten in denen du alleine bist, deine Existenz sich nicht gehalten fühlt – sondern leer, groß, verschwindend. Als wäre da kein Platz, der dich hält.

Und so bleibt dein Leben eng und regungslos – damit der geliehene Boden bleibt.

 

Wenn Wert fehlt

Dieser Raum wirkt unscheinbar. Doch in Wahrheit verbirgt er den tiefsten Schmerz – und kaum jemand ahnt, wie zerbrechlich in Wahrheit das eigene Bild ist.

Vielleicht kennst du das. Dass du tief in dir das Gefühl trägst, irgendwie nicht richtig zu sein. Dass du dich falsch, nicht gut genug, nicht wichtig, oder fehl am Platz fühlst.
 
Als würde etwas in dir nicht glauben können – dass du genauso gemeint bist wie alle anderen.

 

Wenn Macht fehlt

Wenn du Dinge hinnimmst, weil du denkst, das es dich zu viel kostet sie zu ändern – und wütend im Widerstand oder still in Resignation erträgst. 
Wenn du nur funktionierst, weil es nichts besseres für dich zu geben scheint. Und in Strukturen lebst, die deiner eigenen Wahrheit widersprechen.

Vielleicht kennst du das. Dass du genau weißt, dass etwas für dich nicht stimmt. Dass du etwas sagen, verändern oder verlassen möchtest – und trotzdem nicht für dich stehen kannst. Nicht weil du es nicht siehst.

Sondern weil sich die Konsequenzen größer anfühlen – als deine Kraft.

 

Wenn Ausdruck fehlt

Wenn du dein Innerstes, das was aus dir kommt – nicht sichtbar im Aussen leben kannst. Wenn du dich nicht damit zeigen kannst – und zurückhältst aus Angst. 
Oder wenn du gar nicht finden kannst, was durch dich in die Welt möchte.

Vielleicht kennst du das. Dass du keine Richtung hast. Dass du suchst. Nach etwas, das sich wirklich nach dir anfühlt.
Und immer nur Leere oder Unsicherheit findest. Oder dass du sie längst gefunden hast.

Und trotzdem nicht wagst – sie zu leben.

Dies waren die ersten Einblicke in die sieben Räume der Seele

Vielleicht hat dich das ein oder andere berührt – oder zum Nachdenken gebracht. 

Vielleicht brauchst du in diesem Moment keine weiteren Zeilen. Sondern einfach nur mal nichts.

Weil die Räume oft schwer auszuhalten sind, wenn man gedanklich in sie hineingeht, und sie für einen Moment im eigenen Erleben zulässt.

Manche werden dabei traurig,
andere wütend, und bei anderen wird es innerlich ganz still. Dies alles ist okay.

 

Wenn du bereit bist weiterzugehen:

Der Blick hinter die Räume.

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